"Häusliche Gewalt kommt uns teuer zu stehen"

22.11.2018

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19:00

Mit dem Inkrafttreten der sogenannten „Istanbul-Konvention“ (Übereinkommen des Europarats zur Verhütung von Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt) im Februar 2018 hat sich auch die Bundesrepublik Deutschland zu einer aktiven Gleichstellungspolitik bekannt, um geschlechtsspezifische Gewalt zu verhindern. Insbesondere sollen die bestehenden Strukturen auch im Hinblick auf die Bedürfnisse von Zielgruppen wie Frauen mit Behinderungen oder Migrationshintergrund ausgebaut werden. Die Beendigung dieser Gewalt ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Konvention schreibt fest (Artikel 22), dass es für alle Betroffenen spezialisierte Hilfe geben muss, die gut erreichbar und mit angemessenen Ressourcen ausgestattet sind. Die Sicherstellung dieser Ressourcen scheitert an fehlenden Mitteln. Dabei kosten die Interventionsmaßnahmen zur häuslichen Gewalt jährlich - zum Beispiel in Deutschland 2016 - um 14,8 Milliarden Euro. In ihrem Vortrag richtet Michèle Tertilt, Wirtschaftswissenschaftlerin an der Universität Mannheim, ihren Blick auf die andere Seite der Gewalt: welche Kosten verursacht sie, wer kommt für diese Kosten auf, wie lassen sie sich verhindern? Darüber hinaus soll zum einen über die Frage diskutiert werden, wie kann eine Prävenationspolitik aussehen (zum Beispiel bezüglich der Migrantinnen), um nachhaltig die häusliche Gewalt erfolgreich zu bekämpfen. Zum anderen soll gemeinsam über die Frage kritisch reflektiert werden, welche Rolle die Zivilgesellschaft hierbei spielt bzw. spielen kann.

Art/Format:
Vortrag

Veranstaltungsort:
Capitol Mannheim
Waldhofstraße 2
68169 Mannheim

Institution/Veranstalter:
Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Mannheim, Mannheimer Frauenhaus e. V. und Capitol Mannheim
www.capitol-mannheim.de/100-jahre-frauenwahlrecht

Ansprechperson:
Zahra Deilami
zahra.deilami@remove-this.mannheim.de